Der Verband

Die Hauptaufgaben des Verbands der Schweizer Berufsnumismatiker VSBN bestehen darin, das Expertenwissen in der Numismatischen Schweiz zu verbreiten, sowie die Interessen der Mitgliedfirmen überall und jederzeit nachdrücklich zu vertreten. Der Verband fördert und unterstützt zudem auch die ideellen Belange der Numismatik und des Münzenhandels und pflegt Verbindungen zu Persönlichkeiten und kulturellen Institutionen im In- und Ausland, die sich mit der Numismatik befassen.

Der Verband versteht sich als gesamtschweizerischer Berufsverband, dem zurzeit 29 Schweizer Firmen, 13 assoziieerte Firmen aus dem Ausland sowie 14 Personenmitglieder angehören. 

Gütesiegel

Die Verbandsmitglieder führen als Gütesiegel das Verbandslogo und garantieren den Sammlern die Echtheit und Güte verkaufter oder verauktionierter Münzen, Medaillen und Banknoten. Das Gütesigel signalisiert, dass Sammler und generell alle Münzeninteressierten, eine seriöse und professionelle Leistung von den Verbands-Mitgliedern erwarten können.

Logo_VSBN_deutsch
Verband Schweizer
Berufsnumismatiker
Logo_VSBN_frz
Association des Numismates professionnels suisses
Logo_VSBN_italieisch
Associazione svizzera dei
Numismatici professionisti
Logo_VSBN_englisch
Swiss Association of
professional Numismatists

Aufgaben des VSBN

  • der jährliche Austausch der professionellen Numismatiker anlässlich der Delegiertenversammlung
  • Kontakte zu Behörden und öffentlichen Geschäftsstellen, insbesondere zum Finanzdepartement, Bundesamt für Kultur, Swissmint und Fedpol
  • Pflege des Netzwerks und der Beziehungen mit numismatischen Berufsorganisationen im Ausland
  • Ehrungen von verdienten Numismatikern mit dem Otto Paul Wenger Preis und dem Förderungs- und Unterstützungspreis (Jean-Paul Divo-Preis) 

Weitere Aufgaben bestehen darin, das Expertenwissen in der Numismatischen Schweiz zu verbreiten, sowie die Interessen der Mitgliedfirmen überall und jederzeit nachdrücklich zu vertreten. Das Interesse setzt primär überall dort ein, wo die freie Ausübung der Handelsfunktionen tangiert oder eingeschränkt wird. Das erklärte Ziel aller Bemühungen ist dabei immer die Aufrechterhaltung, beziehungsweise die Herbeiführung eines möglichst liberalen Handels, um die Numismatik langfristig als attraktiver Sammel- und Investitionsmarkt zu bewahren.

Dies umfasst auch die Mitarbeit in zahlreichen eidgenössischen Expertenkommissionen und weiteren Gremien des Bundes, Vernehmlassungen und Stellungnahmen sowie ständige, direkte Kontakte mit den zuständigen Behörden, Organisationen und Parteien.

Die Dienstleistungen der Geschäftsstelle des VSBN runden das Angebot der numismatischen Beratung in der Schweiz ab. Beispiele hierzu sind Informationen zu Veranstaltungen, Auktionen und Ausstellungen, die Beschreibung der verschiedenen Münzen in ihren Zeitepochen, Informationen zum Sammeln von Münzen sowie die detaillierte Beschreibung der Münz-Qualitäten.

Als Berufsverband der professionellen Münzenhändler in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gründeten 1978 zwanzig engagierte Schweizer Münzenhändler den Verband Schweizerischer Münzenhändler VSM in Zürich.

Die 1978 gegründete Vereinigung profilierte sich in den ersten Jahren ihrer Existenz zum Verband Schweizer Münzenhändler und übernahm 2006, nach der Namensänderung und der Anpassung der Statuten, als Verband Schweizer Berufsnumismatiker die Verantwortung für alle Bereiche im Münzenhandel. Seither ist es dem Verband gelungen, sich zu einer repräsentativen Organisation der schweizerischen Numismatik zu etablieren.

Gründungsmitglieder

Heiner Stuker (verstorben 2004)
Heiner Stuker war 1978 erster Präsident des Verbandes Schweizerischer Münzenhändler. Er hat entscheidend dazu beigetragen dem Berufsverband professionelle Richtlinien zu geben und von den Mitgliedern für deren Beitritt Mindestanforderungen zu verlangen.

Erwin Dietrich (verstorben 2019)
Erwin Dietrich, Numismatiker mit Herz und Leidenschaft und einem weiten Fokus, gelang es, das Münzensammeln allgemein verständlich und bekannter zu machen.

Jean-Paul Divo (verstorben 2014)
Jean-Paul Divo hat sich zeit seines Lebens darum bemüht, mittels populär-wissenschaftlichen Publikationen, breiteren Kreisen den Zugang zur Numismatik zu öffnen. Eine Auflistung seiner Publikationen finden Sie hier.

Christian Winterstein
Christian Winterstein war langjähriger Geschäftsführer der Numismatikabteilung des Schweizerischen Bankvereins SBV in Basel und erfahrener Münzenhändler. Er engagierte sich mit Flair, numismatische Münzen auch als Anlagemöglichkeit in die Bankenwelt zu bringen.

Dr. Roland Maly (verstorben 2005)
Dr. Roland Maly war Gründer der Nomos AG in Kriens. Als wissenschaftlicher Numismatiker hat er mit grossem Sachverstand die Antike-Numismatik im Verband vertreten.

Otto Paul Wenger (verstorben 1982)
Otto Paul Wenger war Geschäftsführer der Numismatikabteilung der Schweizerischen Kreditanstalt SKA in Bern. Mit seinen hohen ideellen Ansprüchen hat er das Münzensammeln aus den verstauben Stuben gebracht. Nach seinem Tod wurde der Otto PaulWenger-Preis, welcher an verdiente Numismatiker auch heute noch vergeben wird, geschaffen.

Verband_Logo_vor_2006
Das Verbandslogo von 1978 - 2006

Präsidenten des Verbandes

I.
II.
III.
IV.
V.

Heiner Stuker
Ueli Friedländer
Dr. Hans Voegtli
Marcel Häberling
Frank Baldacci

von 1978 – 1987
von 1987 – 1990
von 1990 – 1997
von 1997 – 2018
seit 2018             

9 Jahre
3 Jahre
7 Jahre
21 Jahre

Förderung

Der Verband der Schweizer Berufsnumismatiker ehrt mit der Verleihung von Preisen in unregelmässigen Abständen Persönlichkeiten, die sich um die Vermittlung der Numismatik besonders verdient gemacht haben.

So steht der Otto Paul Wenger-Preis für besondere Leistungen im Dienste der Münzsammler, der Jean-Paul Divo-Preis zur Förderung numismatischer Projekte und Publikationen.

Otto Paul Wenger-Preis

Der Otto Paul Wenger-Preis wurde vom Verband Schweizerischer Münzenhändler 1982 ins Leben gerufen. Er erinnert an das im Jahr 1982 verstorbene Gründungsmitglied Otto Paul Wenger, Leiter der Numismatischen Abteilung der Schweizerischen Kreditanstalt in Bern. Otto Paul Wenger hat sich zeit seines Lebens darum bemüht, durch populär-wissenschaftliche Publikationen breiteren Kreisen den Zugang zur Numismatik zu öffnen und Jugendliche für das Münzensammeln zu begeistern.

Preisträger

1982  Edwin Tober, Nürensdorf
1983  Dr. Erich B. Cahn, Konolfingen
1984  Prof. Dr. Friedrich Wielandt, Karlsruhe/DE
1985  Albert Meier, Hilterfingen
1986  Silvester Nauli, Tumegl/Tomils
1987  Colin Martin, Lausanne
1988  Circulus Numismaticus Basiliensis, Basel, Vincenzo Falanga
1989  Lic. rer. pol. Albert M. Beck, Basel
1990  Dr. Ulrich Klein, Stuttgart/DE
1992  Frank Sternberg, Zürich
1993  Franco Chiesa, Caslano
1994  Dr. Leo Mildenberg, Zürich
1995  Dr. Herbert Cahn, Basel
1996  Alois Kopp, Würenlos
1997  Jean-Paul Divo, Zürich
1998  Dr. Hans Voegtli, Dornach

1999  Christian von Faber-Castell, Küsnacht
2000  Dr. Ruedi Kunzmann, Wallisellen
2001  Christian Winterstein, Dornach
2002  Münzkabinett Winterthur, Winterthur, Benedikt Zäch
2003  Dr. Jürg Conzett, Zürich
2006  Museum Allerheiligen, Kurt Wyprächtiger, Schaffhausen
2007  Hortensia von Rothen, Zürich, Leiterin Münzkabinett SLM
2010  Swissmint, Bern, Markus Haldimann und Urs Liechti
2011  Institut für Geldgeschichte und Numismatik, Wien/AT,
           Prof. Dr. Hubert Emmering
2012  Dr. Ursula Kampmann, Lörrach/DE
2014  Dieter Raab, Firmengründer Dr. Busso Peus Nachf., Frankfurt/DE
2015  Lutz-Jürgen Lübke und Adolar Wiedemann, Stuttgart/DE
2016  Jürg Richter, Magden
2018  Fritz-Rudolf Künker, Osnabrück/DE
2019  Frau Ruth Niedermann-Schneider

Jean-Paul Divo-Preis

Dieser Förderungspreis wurde 2014 in Gedenken an das Gründungsmitglied des VSBN, Jean-Paul Divo, ins Leben gerufen. Er ist ausdrücklich zur Förderung numismatischer Projekte wie Publikationen, Dissertationen u. ä. vorgesehen.

Preisträger

2016  Helmut Serfas, Lenggries/DE & Heino Poley, Braunschweig/DE
2017  Olivier Chaponnière, Lausanne
2022  Hanspeter Koch, Bätterkinden

Publikationen

Helmut Serfas: Die Schaumünzen und Medaillen der Schweizer Universitäten und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich’
Heino Poley: Albrecht von Wallenstein, Herzog von Friedland und seine Münzen’
Olivier Chaponnière: L’Or de la Suisse’ und  ‘Antoine Bovy & le Franc suisse’
Hanspeter Koch: Paul Burkhards Fünfliber. 1922-2022: ein Klassiker wird Hundert’

Vom Münzenhändler zum Berufsnumismatiker

An der Delegiertenversammlung im Jahr 2006 beschlossen die Mitglieder einen Namenswechsel. Doch weshalb?
Der damalige Präsident, Marcel Häberling, beantwortete die Fragen der Presse wie folgt:

„Händler“ ist zu wenig aussagekräftig

Die Bezeichnung Münzenhändler ist mit dem Attribut „Händler“ zu wenig aussagekräftig und das Wort „Händler“ ist zudem auch etwas abgenutzt. Einerseits soll mit dem neuen Namen die Professionalität und andererseits auch das Wissenschaftliche hervorgehoben werden. Dies sind die substanziellen Eigenschaften, welche der Münzeninteressierte vom Numismatiker erwarten darf. Münzensammeln ist eine Passion und Münzenkaufen eine Vertrauenssache. Entsprechend möchte der Sammler einen kompetenten und verlässlichen Partner beim Erwerb von Münzen haben. Numismatiker, welche Mitglieder im Verband Schweizer Berufsnumismatiker sind, besitzen diese Eigenschaften.

Gibt es Vorteile für den Sammler, wenn er die Münzen bei einem Mitglied des VSBN kauft?

Der Sammler und der Kunde erhält die Garantie, dass die Münzen echt sind und auch die Güte der Münzen stimmen. Zudem und auf Wunsch erhält er eine fundierte Beratung. Gerade im Zeitalter des Internets, wo viele Münzen unpersönlich und fast schon anonym gekauft und verkauft werden, sind diese Garantien wichtig. Es lohnt sich deshalb für die Kunden und Sammler, darauf zu achten, ob ein Münzenhändler das VSBN-Logo führt.

Welche Möglichkeit hat der Sammler, wenn es trotzdem zu einem Streitfall kommen sollte?

Fühlt sich ein Sammler übervorteilt und kann das nicht direkt klären, kann er sich an den Verband wenden, wenn er die Münzen bei einem Mitglied des Verbands Schweizer Berufsnumismatiker gekauft hat.

Wie sehen Sie als Präsident die Entwicklung des Verbandes und des Münzenhandels?

In Zukunft wird es zunehmend immer wichtiger, dass unser Branchenverband bei bedeutenden gesetzlichen Veränderungen, die den Münzen- und Sammlermarkt betreffen, aktiv Stellung bezieht. Diesen Herausforderungen stellt sich der Verband und trägt somit auch Sorge für den Münzen-Handelsplatz Schweiz. So soll der Sammler auch in Zukunft für seine Münzensammlung einen Marktplatz vorfinden, der offen ist und den freien Handel gewährleistet.