Antike Münzen

Griechen, Thrakien /Maroneia Stater um 346–347Attika/Athen Tetrachdrachme um 440

Griechen, Thrakien /Maroneia Stater um 346–347 (links); Griechen, Attika/Athen Tetrachdrachme um 440 (rechts)

Die Münze, das kleine und handliche Stück Edelmetall mit dem aufgeprägten Bild, entstand im 7. Jahrhundert v.Chr. im südwestlichen Kleinasien. Ähnlich den heute noch gebräuchlichen Punzen auf Edelmetallgegenständen war das Münzbild der Garantiestempel des Gemeinwesens für Gewicht und Feingehalt. Diese epochale Neuerung im Wirtschaftswesen breitete sich innerhalb eines Jahrhunderts über die ganze von Griechen bewohnte und kolonisierte Welt aus.

Den heutigen Sammler reizt die Vielfalt der Darstellungen. Wir verdanken sie der Autonomie der griechischen Stadtstaaten, die auch im eigenen Münzbild ihren Ausdruck fand. All die Pflanzen, Früchte, Tiere, Kultgefässe, Flussgötter und Nymphen sind in Bezug zu den grossen olympischen Gottheiten oder lokalen Kulten zu sehen. Die Aussage der Münzen des 6. bis 4. Jahrhunderts v.Chr. ist religiösen Ursprungs. Das Porträt lebender Herrscher auf Münzen, wie es wegweisend für zwei Jahrtausende wurde, kommt erst im Gefolge des Herrscherkultes in den Diadochenreichen nach Alexander dem Grossen auf.

Griechen, Lukanien/Metapont Nomos 4. Jh. v. Chr. Griechen, Bruttium/Kroton Nomos 5./4. Jh. v. Chr.Kelten, Britannien Goldstater um 40/20 v. Chr./Pferd

Griechen, Lukanien/Metapont Nomos 4. Jh. v. Chr. (links); Griechen, Bruttium/Kroton Nomos 5./4. Jh. v. Chr. (Mitte); Kelten, Britannien Goldstater um 40/20 v. Chr./Pferd (rechts)

In den letzten beiden Jahrhunderten v.Chr. begannen die Kelten im Westen (Gallien, Britannien) und Osten (Donauraum) eine eigene Münzprägung und gestalteten die klassischen Vorbilder phantasievoll um.

Rom und sein mittelitalisches Umfeld entwickelten im 4. Jahrhundert v.Chr. ein auf gegossenen Kupferstücken aufgebautes Münzsystem. Erst nach direktem Kontakt mit den süditalischen Griechenstädten und den Auseinandersetzungen der punischen Kriege im 3. Jahrhundert v.Chr. wird zur Ausprägung von Silber-, Bronzeund Goldmünzen übergegangen.

röm. Kaiserreich, Traianus 98–117, Sesterz 106röm. Kaiserreich, Antoninus Pius 138–161, Aureus 152/53

röm. Kaiserreich, Traianus 98–117, Sesterz 106 (links); röm. Kaiserreich, Antoninus Pius 138–161, Aureus 152/53

Man hat die Prägeserien der römischen Republik ein Bilderbuch der römischen Geschichte genannt: der Mythos der Stadtgründung, Ereignisse aus der Geschichte Roms begegnen uns hier ebenso wie realistische Portraits der Imperatoren aus der Zeit der Bürgerkriege.

Die Münzen der römischen Kaiserzeit faszinieren die meisten Sammler durch die Bildnisse der Kaiser und ihrer Frauen. Aber auch die Rückseiten eröffnen reizvolle Sammelgebiete: sie geben uns Aufschlüsse über historische Ereignisse, zeugen von kaiserlicher Propaganda oder überliefern uns Bauwerke und Denkmäler. Die Münzen der späten römischen Kaiserzeit ab Diokletian lassen die individuellen Züge im Herrscherbild zurücktreten.

Byzanz, Solidus von Justinianus II, um 697/92

Byzanz, Solidus von Justinianus II, um 697/92

Mehr der Kaiser als Typus mit den Zeichen seiner Macht tritt uns entgegen und leitet so über zu dem Jahrtausend byzantinischer Münzprägung, die in vielfältiger Weise im Münzwesen von Orient und Abendland im Mittelalter weitergewirkt hat.